Weihnachten in Amerika

by Christoph on August 30, 2009

24. Dezember 1998

Ich hatte am Morgen doch tatsächlich ein Job-Interview bei einer Firma. Da Weihnachten hier ja offiziell erst am 25.12. ist, arbeiten manche Firmen am 24.12. – viele andere machen aber dann auch schon zu (z. B. meine Firma „APL“). Ich stellte mich bei Quark, Inc. vor. Es sollte eine Position im Tech Support sein.

Abends wurde dann weihnachtlich gegrillt – bei minus 25 Grad Celsius. Weihnachten eben mal anders. So hatten wir es gewollt – einfach mal aus der Routine ausbrechen!

Nach Weihnachten musste ich wieder zum Job, während Simone noch frei hatte, aber auch sie musste dann doch noch vor Jahresbeginn zwei Tage zur Arbeit. Ich hörte von der Arbeit aus mal wieder den Anrufbeantworter ab und was war das? Quark, Inc. hatte angerufen und machte mir ein Jobangebot! Der erste IT-Job war endlich da! Hellauf begeistert rief ich den Manager zurück und sagte zu. Ich kündigte noch am gleichen Tag bei APL – ich wollte möglichst mit Einhaltung einer Frist von zwei Wochen gehen, um keine „Burning Bridges“ zu hinterlassen. Burning Bridges sagt man hier zum „Abgang“ von Leuten, die ihren Arbeitsplatz einfach verlassen oder die Vorgesetzten beleidigen oder unter Einhaltung von sehr wenigen Tagen (1-3) ihren Arbeitsplatz verlassen und dem Arbeitgeber so keine Chance auf Einarbeitung eines neuen Angestellten geben.

Für mich war es sehr wichtig, dass der alte Arbeitgeber nur positiv über mich berichten konnte, da es in Amerika üblich ist, dass neue Arbeitgeber vorherige Arbeitgeber des zukünftigen Angestellten anrufen und nach dessen Leistung befragen. Das wollte ich mir natürlich nicht irgendwie als belastende „Hypothek“ für die Jobsuche irgendwann mal aufladen. Meine Managerin hatte aber vorher schon spitz bekommen, dass ich gerne im IT-Bereich arbeiten wollte und hatte Verständnis für meinen Schritt. Sie bot sogar an, zukünftig als Referenz zu fungieren – wann immer ich mal einen Job suchen würde und Hilfe bräuchte! Perfekt! Besser kann es einem gar nicht passieren! Einen Tag später erhielt ich ein weiteres Jobangebot einer Firma, bei der ich mich beworben hatte. Jetzt, mit schon einem Angebot im Rücken, ließ es sich alles viel leichter angehen und ich fing an, meinen Marktwert zu testen und ich fragte nach mehr Geld als mir Quark angeboten hatte. Die Firma bekam dann aber kalte Füße und sprang ab! Egal!

Nach Neujahr wurde es auch Zeit für den Besuch, die Koffer zu packen. Pünktlich mit dem Besuch zog auch die Kaltfront von dannen, die uns seit über zwei Wochen mit Temperaturen von fast minus 30 Grad Celsius hatte frieren lassen.

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