Mitte März 1999
Hit and Run! So nennt man hier Unfälle mit Fahrerflucht. Warum wir das erwähnen? Ich fuhr mit dem Mini-Van während der Mittagspause vom Essen kommend auf der Lincoln Avenue in Denver. Vor mir wurde gebremst und so betätigte natürlich auch ich die Bremsen. Plötzlich hörte ich nur noch das Blockieren von Rädern. Es klang irgendwie ziemlich nahe! Es knallte – und zwar am Mini-Van. Ein Honda Civic war mir hinten auf den Mini-Van gerauscht. „Begeistert“ stieg ich aus, um den Schaden zu betrachten und um mit dem Fahrer des Hondas zu reden. Der setzte aber schon seinen Wagen zurück und gab Vollgas und haute ab. Ich sprang in den Mini-Van und versuchte den fliehenden Honda zu verfolgen. Wer aber weiß, wie schwerfällig ein Mini-Van sein kann und wie flott doch so ein Kleinwagen ist, kann sich vorstellen, dass ich keine Chance hatte.
Ich hatte auch keine Sicht auf das Nummernschild gehabt und natürlich war während der ganzen Verfolgungsjagd kein Polizeiauto in der Nähe. Nach nur wenigen Minuten war die Jagd vorbei. Verzweifelt fuhr ich zurück zur Arbeit und berichtete meinem Chef von dem Erlebnis. Der bestand darauf, die Polizei anzurufen. Man orderte mich zurück zum Unfallort und nach einer Stunde des Wartens tauchte auch ein gemütlicher Sheriff auf und nahm meine Aussage auf. Jetzt gab der Sheriff kund, dass ein anderer Verkehrsteilnehmer per Cell Phone (so heißen in Amerika die Handys) das Nummernschild des Honda an die Polizei weitergegeben hatte. Na ja, das hieß noch nicht viel, da der Wagen ja auch gestohlen sein könnte. Abwarten. Ich fuhr zurück zur Arbeit und hatte allerdings nicht viel Hoffnung wegen des Unfallgegners. Der Schaden am Mini-Van war gering (guter Stahl aus Detroit gegen Billigblech aus Japan).
Related posts: