Eine frühsommerliche Hitzewelle mit Temperaturen von knapp 30 Grad Celsius machte uns viel Freude. Es war natürlich nicht das erste Mal, dass wir dieses Jahr unseren Jeep Wrangler aufmachten und die frische Luft auch beim Fahren genossen. Ich fuhr so ziemlich jeden Tag mit dem Jeep offen zur Arbeit. An einem Freitag wollte dann auch Simone endlich mal wieder offen fahren und so wechselten wir die Autos – ich fuhr Mini-Van und Simone Jeep. Es kam wie es kommen musste – an diesem Tag fuhr ich gerade auf dem Interstate Highway 25 zur Arbeit. Gute Musik im Radio, den Sonnenaufgang am Horizont, also alles was man braucht, um sich wohl zu fühlen.
Plötzlich fuhr ein Ford Pickup-Truck mit mir auf selber Höhe. Der Fahrer hupte und fuchtelte wild mit den Armen herum, um mich auf etwas aufmerksam zu machen. Ich nahm ihn erst gar nicht wahr, denn es lief gerade einer meiner Lieblingssongs im Radio und die Lautstärke des Radios war entsprechend „angepasst“. Jedenfalls bemerkte ich den anderen Fahrer irgendwann, denn der zeigte die ganze Zeit auf das rechte Hinterrad. Ich dankte ihm per Handzeichen, bremste den Wagen ab und brachte ihn auf dem Seitenstreifen zum Stehen. Ich stieg aus, um mir selber ein Bild von der Sache zu machen: Der rechte Hinterreifen war fast platt. Vielleicht noch eine Minute länger und der Reifen wäre komplett platt gewesen. Schwein gehabt! „Toll“, dachte ich mir, „kaum fahre ich mal mit dem Mini-Van, schon habe ich einen platten Reifen, während meine Frau mit dem anderen Auto fährt.
Geht das denn mit rechten Dingen zu?“ Na ja, besser ich als Simone, die den Reifen wechseln muss. Ich machte mich also an die Arbeit, den Reifen zu wechseln, als ein Polizeiauto hinter dem Mini-Van stoppte. Zwei junge Cops (Constable on Patrol / Polizisten) stiegen aus und fragten, ob ich Hilfe benötigen würde. Ich winkte ab, bedankte mich aber bei den Polizisten und wechselte den Reifen. Gleichzeitig fuhr Simone mit dem offenen Jeep Wrangler denselben Highway entlang und sah mich am Straßenrand stehen. Sie hatte keine Möglichkeit zu stoppen und wunderte sich, warum ich da wohl angehalten hatte. Ein Telefonat brachte später Aufklärung.
Anyway, ich brachte den defekten Reifen zu einem Reifenhändler mit der Bitte, den Reifen doch zu reparieren bzw. auszutauschen, falls eine Reparatur nicht mehr möglich wäre. Der Reifenhändler betrachtete den Schaden (ein Nagel) und meinte aber, dass das kein Problem wäre. Jetzt kommt wieder eines dieser hervorragenden Beispiele des Service am Kunden in Amerika. Am nächsten Morgen wollte ich den Reifen wieder abholen. Als ich den Reifen wieder in Empfang nahm und bezahlen wollte, winkte der Händler nur ab und sagte, dass das nicht erforderlich wäre. Ich fragte noch einmal nach, bekam aber dieselbe Antwort und zog mit dem kostenlos geflickten Reifen von dannen. Wir hatten noch nie bei dieser Filiale des Reifenhändlers etwas gekauft und unser letzter Reifenkauf bei dieser Kette „Discount Tire“ lag zwei Jahre zurück – also echt toller Service. In Deutschland wurden uns für die selbe Arbeit mal fast 50 DM aus der Tasche gezogen – und bei dem Händler waren wir damals Stammkunden gewesen.
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