Ein Wenig Alltag – Part #2

by Christoph on August 30, 2009

Ende August 1998

Credit History: Dieses Schlagwort begleitet einen in den USA überall hin. Egal wie viel Geld man hat oder verdient, wenn die Credit History (Kreditvergangenheit) schlecht aussieht und nicht zeigt, dass man in der Lage ist, seine Schulden ordnungsgemäß zu bedienen, hat man hier in den USA arge Probleme. Wer keine Kreditvergangenheit hat (so wie wir), hat keine besseren Karten. Wie baut man eine Credit History auf? Durch Kredit. Wie bekommt man Kredit? Per Kreditvergangenheit. Und die bekommt man zum Beispiel durch abgesicherte Kreditkarten. Man hinterlegt Geld und bekommt in Höhe des hinterlegten Betrages eine Kreditkarte mit gleichem Kreditrahmen. Das hatten wir direkt im April schon gemacht und hatten so wenigstens ein klein wenig Credit History in der Mache.

Wir wollten ja unbedingt mehr Credit History aufbauen, denn schließlich wollten wir im nächsten Jahr ein Haus kaufen und hatten den Gedanken gefasst, dies mit einem Autokredit zu verbinden. Seit längerem gefiel uns der Jeep Wrangler als Fahrzeug und so wagten wir einen Versuch. Es gelang, wir bekamen Kredit, gaben den Ford Aspire in Zahlung, legten noch ein paar angesparte Tausender als Cash dazu und finanzierten dann so die letzten 20 % des Kaufpreises. Yeehaaaaaa! Der Händler kümmerte sich um die Finanzierung (was sich später noch als Nachteil herausstellen sollte).

Von nun an wurde offen durch die Gegend gefahren, wann immer das Wetter mitspielte (also, mit dem Wetter ist das hier in Denver ja nicht sehr problematisch). Sonne an 300 Tagen im Jahr! Begeistert nutzten wir den warmen September, und wann immer wir konnten, machten wir das Dach auf und fuhren in die Berge. So zum Beispiel zu Petra, einer Deutschen, die mit ihrem amerikanischen Ehemann hoch oben in den Bergen bei Grand Lake wohnt. Sie hatte unsere Webseite im Internet gefunden und uns eingeladen. Beeindruckend, wie hoch oben man tatsächlich wohnen kann. Die beiden hatten eine tolle Aussicht aus dem Blockhaus, das in weit über 3000 Meter Höhe stand, und einen Blick auf den Berthoud Pass, einem Skigebiet. Petras Mann war ein Internet Provider und konnte so von zu Hause aus arbeiten – wetterunabhängig und flexibel!

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