10. März 1999
Mit Charlie (Charlotte), unserer Maklerin, fuhren wir auf Hausbesichtigung. Das erste Haus war ein Flop, da wenige Stunden erst auf dem Markt und schon verkauft. So fuhren wir zum nächsten Haus. Das Haus hatten wir uns am Abend vorher im Dunkeln von außen schon einmal angesehen und es gefiel uns. Von innen wirkte es hell und freundlich. Es war groß genug und so beschlossen wir, ein Angebot abzugeben. Wir saßen also da in der Küche in dem Haus und füllten den Papierkram aus, den man für ein schriftliches Angebot ausfüllen muss, und schrieben einen Scheck als Anzahlung aus. Wir entschlossen uns, $ 14.000 anzuzahlen. Charlie nahm dann alles an sich und wir fuhren nach Hause.
Jetzt fing die Warterei an. Würden die Verkäufer das Angebot akzeptieren? Taten wir das Richtige? Was, wenn wir ein besseres Haus finden würden, das preiswerter wäre? Fragen, Fragen, Ungewissheit! Wir waren schon auf dem Weg ins Bett, als um 10 Uhr abends das Telefon klingelte. Charlie! Wir hatten den Zuschlag bekommen und würden daher Ende Mai 1999 Hausbesitzer sein. Noch kein Jahr in den USA und schon hatten wir uns ein Haus gekauft! Jetzt war die Freude groß und da es in Deutschland schon nach 6 Uhr morgens war, entschieden wir uns, die für uns gute Nachricht den Verwandten mitzuteilen. Die waren sicherlich erst mal geschockt, denn ein Hauskauf hieß, wir würden nicht so schnell wieder zurück nach Deutschland ziehen, wie eventuell von den Verwandten erhofft – außerdem hatten wir vorher nicht direkt angekündigt, dass wir uns nach einem Haus umschauen wollten. Wir mussten aber eine Entscheidung für uns treffen und nicht für die in Deutschland gebliebene Familie. Daher fiel es uns sehr leicht, ein Haus zu erwerben. In Amerika ist der Anteil der Familien, die ein eigenes Haus besitzen, verglichen zu Deutschland sowieso viel höher. Da wollten wir nicht außen vorstehen.
In den folgenden Wochen kam dann der Wertschätzer, der von uns beauftragt worden war, und nahm das Haus unter die Lupe. Alles wurde genauestens inspiziert. Die Heizung verlangte nach Wartung und Reinigung und üblicherweise wird so etwas noch vom Verkäufer erledigt. Dieser Verkäufer jedoch weigerte sich und es ging so weit, dass wir ihm die Pistole auf die Brust setzten und drohten, vom Vertrag zurückzutreten. Dieses Recht hatten wir laut Vertrag! Das wirkte und die Heizung wurde gewartet und gereinigt. Mann, Mann, Mann – so ein Stress wegen einer kleinen, lumpigen Rechnung für den Heizungsservice. Jetzt war aber alles auf dem Weg. Die Hypothek war genehmigt, der Wert und Zustand des Hauses war geschätzt – der Umzugstermin Ende Mai war nur noch so weit weg.
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