Beim Arzt war es brechend voll und wir benötigten fast zwei Stunden, bis wir wieder auf der Straße standen. Diese Untersuchung war sehr allgemein gehalten, sodass wir auch hier keine Bedenken hatten – wir würden eh nur wieder von diesem Arzt hören, wenn wir nicht als gesund eingestuft worden wären (natürlich haben wir nie wieder von diesem Arzt gehört).
Beim Green Card-Interview waren wir gefragt worden, ob wir die Umschläge mit den Unterlagen selber abholen wollten oder ob sie per Post geschickt werden sollten. Wir entschieden uns für das Abholen. Eine Woche später fuhr ich früh morgens wieder nach Frankfurt. Ich hatte sämtliche Bewerbungsunterlagen sicherheitshalber noch einmal dabei. Ein guter Zug, wie sich herausstellte, da ein Druckfehler auf einer der Urkunden eine Neuausstellung erforderte und dafür benötigten das Konsulat je ein neues Passfoto – diese hatte ich zum Glück noch bei den Bewerbungsunterlagen.
Mit zwei großen Umschlägen, die sämtliche Visumsunterlagen enthielten, machte ich mich auf den Weg nach Hause.
Wir hatten bereits vor dem Greencard-Interview unsere Flüge in die USA gebucht – wenn nicht zum Aktivieren der Green Card, dann eben für den Urlaub. Natürlich wurde es die Einreise zur Aktivierung der Green Cards.
Ende Mai 1997 flogen wir nach Philadelphia. Bei der Einreise stellten wir uns für die Einreiseformalitäten bei den Amerikanern/ Green Card-Inhabern an. Das war natürlich falsch, aber der freundliche Beamte schickte uns in ein Hauptbüro. Dort mussten wir einen kleinen Moment warten. Eine Stewardess kam relativ nervös ebenfalls ins Hauptbüro (Fluggesellschaften müssen sich ja vor Abreise vergewissern, dass jeder Passagier in die USA einreisen darf, sonst können die Fluggesellschaften mit Strafen belegt werden) – der Immigration Officer beruhigte sie aber, nachdem er gesehen hatte, dass wir entsprechende Unterlagen vorzuweisen hatten.
Der Immigration Officer nahm unsere Umschläge, öffnete sie und arbeitete sich langsam durch den Papierkram. Er stempelte diverse Dinge ab – unter anderem natürlich auch unsere Reisepässe. Unsere Fingerabdrücke wurden genommen und zu den Unterlagen gelegt. Schließlich kam er um seinen Schreibtisch herum auf uns zu, schüttelte unsere Hände und sagte zu uns „Welcome to America!“ – jetzt waren wir also offizielle Green Card-Inhaber! Nach drei Wochen Urlaub an der Ostküste kehrten wir wieder zurück nach Deutschland. Was nun?
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