Endlich drinnen gingen wir direkt zur Kasse und bezahlten sämtliche Visagebühren in US-Dollar. Dann ging es weiter zum nächsten Schalter, wo wir uns anmeldeten. Wir wurden höflich aufgefordert noch einmal Platz zu nehmen, nur um fünf Minuten später wieder aufgerufen zu werden. Nichtsdestotrotz waren wir die ersten Green Card-Bewerber des Tages. Ein sehr freundlicher amerikanischer Konsularbeamter fragte uns, ob wir das Interview lieber in Deutsch oder Englisch führen würden. Wir entschieden uns für Deutsch, um eventuelle Übersetzungsprobleme zu vermeiden. Auf Anfrage übergaben wir alle unsere Unterlagen an den Beamten. Er schaute sich alles an und legte sämtliche Unterlagen in einen vorbereiteten Hefter. Gelegentlich stellte er uns Fragen, wie zum Beispiel wo wir den hingehen werden in Amerika? Auch gab er uns einen Tipp – nämlich, dass wir die erste Einreise zur Aktivierung unserer Green Cards auch noch als Urlaubsreise machen könnten. Zum damaligen Zeitpunkt musste man innerhalb von vier Monaten nach Visumserteilung in die USA einreisen, um die Green Card zu bekommen.
Die ganze Zeit während des Interviews hatten wir den Eindruck, als ob längst alles gelaufen sei. Nach 45 Minuten wurden wir gebeten, uns wieder hinzusetzen und zu warten. Während der Wartezeit sprachen wir mit anderen Leuten dort, die ebenfalls Green Card-Gewinner waren. Sie waren aus München und er wollte wohl ein Import-Export-Geschäft aufziehen. Ein anderer Green Card-Bewerber (Alter wohl um die 45-50 Jahre) sagte uns, dass er innerhalb der nächsten drei Wochen all sein Hab und Gut verkaufen wolle und dann sofort nach Alaska gehen würde.
30 Minuten Wartezeit waren vergangen, als unsere Namen wieder aufgerufen wurden. Wir mussten an einen anderen Schalter gehen und die Konsulin persönlich stand uns gegenüber. Sie stellte noch ein oder zwei Fragen und dann wurden wir aufgefordert, unsere Hand zu heben und zu schwören, dass wir bei unseren Angaben die Wahrheit gesagt haben. Da wir dies hatten, erfüllten wir ihren „Wunsch“ und leisteten unseren Schwur. Wir hatten es geschafft – das Green Card-Interview war bestanden. Jetzt mussten wir noch schnell zur ärztlichen Untersuchung bei einem Arzt in der Nähe – damals gab es noch nicht die Möglichkeit, diese Untersuchung außerhalb von Frankfurt vornehmen zu lassen.
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