Besuch aus Deutschland

by Christoph on August 30, 2009

Mitte September 1998

Der erste Besuch aus Deutschland traf ein. Mein Bruder Florian kam für zehn Tage zu Besuch. Es war sein allererster Aufenthalt in den USA überhaupt und so fuhren wir natürlich „wie die Bekloppten“ durch die Gegend, um ihm einen guten Eindruck von Colorado zu vermitteln. Auch wir sahen natürlich dadurch noch so manche neuen Sehenswürdigkeiten. Die zehn Tage seines Aufenthaltes vergingen wie im Flug (zumindest für uns) und schon waren wir wieder alleine – nicht, dass uns das störte, aber erinnerte es uns doch irgendwie daran, wie weit weg wir von Europa waren.

Mitte Oktober 1998

Ich war für die zweite Prüfung zum MCSE bereit (insgesamt sechs musste man bestehen). Wieder an einem Samstagmorgen fuhr ich zum Testcenter und auch diesmal hatte ich Erfolg! Durch diesen bestandenen Test änderte sich zwar mein Titel als MCP nicht, aber es zeigte interessierten Arbeitgebern, dass der erste Test kein Zufallserfolg war. Damit musste man doch endlich etwas bezüglich eines Jobs erreichen können. Erst einmal war aber wieder Besuch aus Deutschland angesagt.

Mein Vater (man muss dabei erwähnen, dass meine Eltern geschieden sind) samt Anhang wollte vorbeikommen. Leider kam ein schwerer Krankheitsfall in der Familie dazu, sodass nur mein Vater und mein Bruder Philipp kamen. Die Tickets für Jutta (die zweite Frau von meinem Vater) und Moritz mussten leider wieder zurückgegeben werden. So machten sich Helmut und Philipp also auf den langen Weg nach Amerika. Während die beiden im Flieger saßen, wurde aus dem Krankheitsfall leider ein Todesfall, der natürlich den Urlaub schwer überschattete. Uns stand die schwere Aufgabe bevor, die traurige Nachricht zu übermitteln. Nicht unbedingt das, was man unter einem „Herzlich Willkommen“ versteht, aber wir haben es ganz gut hinbekommen. Die beiden blieben trotzdem für eine Woche, da sie jetzt in Deutschland eh nicht soviel hätten machen können – leider kann man Tote noch nicht wieder so zum Leben erwecken. Auch mit diesem Besuch fuhren wir wieder viele Meilen mit dem Mini-Van, um auch zu zeigen, warum wir in den USA leben wollten. Sightseeing bis zum Abwinken. Die eine Woche verging rasend schnell und schon war wieder Abschied angesagt!

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