Ausgewandert – Part #2

by Christoph on August 30, 2009

2. April 1998

Um 5.00 Uhr wachten wir auf – und das, obwohl wir zuvor mehr als 24 Stunden auf den Beinen gewesen waren. Draußen fing es ganz leicht an zu schneien. Alles Notwendige für den Tag packten wir ins Auto und dann ging es ab zum Frühstück zu Denny’s. Bacon, Eggs, Coffee! Dann ging es los: Wohnungssuche. Im Wal-Mart holten wir uns den aktuellen Wohnungskatalog und machten uns mit dem in Deutschland vorbereiteten Schlachtplan im Kopf auf den Weg. Wir fingen an der Hampden Avenue mit den Peach Tree II Apartments an. Ein nettes Apartment wäre nächste Woche Dienstag erhältlich, teilte uns die Angestellte der Gebäudeverwaltung mit. Zwei Badezimmer und zwei Schlafzimmer für $ 735,00 pro Monat. Die Wohnanlage machte einen gepflegten Eindruck, lag verkehrsgünstig – eigentlich alles, was der Auswanderer so braucht.

Na ja, wir wollten noch mal ein anderes Apartment anschauen, bevor wir eine Entscheidung trafen – so schnell würde die Wohnung auch nicht vergeben sein. Das hier wäre schon gut für uns, aber eine zweite Option sollte man schon zur Auswahl haben. Durch den mittlerweile extrem starken Schneefall – es lagen mittlerweile gut 20-30 cm Schnee wo vorher gar nichts war – fuhren wir zur West Jewell Avenue zu den Lakeshore Apartments. Die hatten ein Apartment mit zwei Schlafzimmern und einem Bad frei – zeigen konnten sie es uns nicht, und zwar wegen dem Schnee, der mittlerweile 30 cm hoch war! Wir fuhren alleine zum Gebäude, um wenigstens einen Blick durch das Fenster zu werfen (die Wohnung lag im Erdgeschoss). Sah sehr gut aus. Neuer Teppich und auch sonst sah die gesamte Anlage gut aus. Miete: $ 700,00 im Monat plus einem Einzugsrabatt von $ 200. Heizung und Wasser waren im Preis mit inbegriffen – was will man mehr? Wir wollten es also mit diesem Apartment probieren. „Wann können wir einziehen?“ war unsere Frage. Wie wäre es mit morgen? Super! Wir gaben den Angestellten unsere persönlichen Angaben. Jetzt kam der erste schwierige Teil – sie wollten natürlich sicher sein, dass wir die Miete immer zahlen können. Jobs hatten wir noch nicht und so handelten wir aus, dass wir die Miete für die ersten drei Monate im Voraus bezahlen würden. Das wirkte und wir erhielten die Zusage!

So schnell schon eine Wohnung gefunden – es war gerade mal 10 Uhr morgens am ersten Tag in Colorado! Der Schnee lag mittlerweile 35 cm hoch – so etwas kannten wir auch nur aus dem Fernsehen. Wir gönnten uns keine Pause, es ging weiter mit dem Besuch bei der Kfz-Zulassungsstelle. Wir wollten unser Papiernummernschild gegen echte grüne Colorado License Plates eintauschen. Dann machten wir uns auf den Weg, um Simones Führerschein in einen US-Colorado-Führerschein umzutauschen – so wie ich es ein paar Wochen früher auch gemacht hatte. Auch dieses Mal ging es ohne Probleme vonstatten und schon hatte Simone ihren Colorado-Führerschein. Gegen 12 Uhr mittags hatten wir schon mehr Sachen erledigt und erreicht als eigentlich für die ersten drei Tage vorgesehen war. Ein erster Anruf nach Deutschland wurde gemacht, um die neue Adresse mitzuteilen. Da war natürlich die Überraschung groß, dass wir schon soweit waren. Ob vielleicht auch Enttäuschung dabei war, ist schwer zu sagen – den Eltern wäre es wohl insgesamt lieber, wir wären in Deutschland geblieben bzw. würden bald wieder zurückkommen. Jetzt schalteten wir erst mal einen Gang zurück, denn die Müdigkeit (Jetlag) kam doch ein wenig durch. Wir erkundeten die Gegend nach Möbelhäusern und Supermärkten, damit wir wussten, wo wir was bekommen würden. Toaster und Kaffeemaschine wurden schon mal gekauft. Dann machten wir uns durch den Schnee auf den Rückweg zum Motel. Gegen 6 Uhr abends waren wir wieder im Motel 6. Ein wenig TV und dann ab in die Falle. Todmüde fielen wir ins Bett.

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