1. April 1998
Simones Eltern brachten uns nach Düsseldorf zum Flughafen. Mit dabei war auch mein Bruder Florian. Als wir zum Einchecken gingen, fragten die Airline-Angestellten doch tatsächlich, ob wir bereit wären, einen Tag später zu fliegen, da der Flug überbucht war. „Nein danke!“ sagten wir – kein Interesse. Auch guckten die Stewardessen argwöhnisch, als sie unsere One-Way-Tickets begutachteten und unser Visum verlangten (= Green Card). Eingecheckt und Koffer aufgegeben! Vier riesige Koffer, alle bis zum Limit voll bepackt, wie wir auf der Waage beim Einchecken noch mal bestätigt bekamen. Merkwürdig, auf wie wenige Sachen man sich umstellen kann, wenn erforderlich. Wir hatten zwei Tassen, zwei Teller, Messer und Gabel für jeden an Geschirr in den Koffern – alles andere war Kleidung und andere Dinge (Akten, Computersoftware, etc.), die wir für die erste Zeit benötigen würden.
Der endgültige Abschied und ein paar Tränen, dann war es soweit. Wir waren auf uns alleine gestellt. Der Flug nach USA verging angenehm schnell und ruhig. Planmäßig kamen wir in Newark, N.J. an und am Nachmittag (Ortszeit) ging es weiter nach Denver. Ein Platzregen in New Jersey sorgte noch eben für 45 Minuten Verspätung, denn wenn es in Amerika regnet, dann richtig. Die gesamte Rollbahn stand tief unter Wasser! Dann in Denver am International Airport ein Schreck beim Gepäckband, denn ein Koffer fehlte. Arg gestresst rannte ich auf der Suche nach dem Koffer ziemlich nervös durch die Halle. Alle anderen Gepäckstücke hatten es bis hier geschafft. Und nun das! Simone entdeckte den Koffer etwas abseits stehend. Glück gehabt! Mit dem Shuttle-Bus fuhren wir zum Parkplatz weit außerhalb des Flughafens, wo ich den Mini-Van im Februar abgestellt hatte.
Ein eiskalter Wind pfiff uns um die Ohren als wir aus dem Bus stiegen. Die Temperaturen waren irgendwo bei minus 15 Grad Celsius. Es war dunkel, aber zum Glück schneite es nicht. – Wo war unser Mini-Van? Ich hatte mir doch die Nummer der Parkreihe notiert, als ich den Wagen hier vor sechs Wochen abgestellt hatte, aber wir konnten das Auto nicht finden. Hoffentlich war es nicht gestohlen worden. Zehn Minuten nervenaufreibenden Suchens, bis wir den Wagen endlich gefunden hatten. Puh! Jetzt erst einmal die Lenkradsperre entfernt, die fehlenden Sicherungen im Dunkeln wieder in den Sicherungskasten des Fahrzeugs eingesetzt. Nun der große Moment: Würde sich der Wagen anstandslos starten lassen? Am Schlüssel gedreht – der Motor sprang direkt an. Wir luden die vier Koffer und unser Handgepäck in den hinteren Teil des Mini-Vans und fuhren los. Wir waren tatsächlich ausgewandert!
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